Das Institut – Aufgaben und Ziele

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"Finanzpolitik ist das Resümee aller sozialen, politischen, kulturellen, wirtschaftlichen und auswärtigen Lebensverhältnisse. Dies macht ihren Reiz und ihre Schwierigkeit aus. Finanzpolitik wird zur Referentenstümperei und Finanzwissenschaft zum langweiligsten Wissensgebiet auf Gottes Erdboden, wenn dies ignoriert wird."

Diese Meinung vertrat kein Geringerer als Joseph Schumpeter, der in seiner Zeit als Universitätsprofessor in Graz nicht nur die Vorlesungen aus Finanzwissenschaft hielt, sondern auch den klassischen Essay zur „Krise des Steuerstaats" verfasste. Dieser Essay ist heute wohl noch aktueller als zu seiner eigenen Zeit. Aktuell ist für das Institut für Finanzwissenschaft auch sein eingangs zitiertes Plädoyer für einen weiten Horizont. Ein solcher bietet die Voraussetzung für wertbeständiges Wissen. Die extrem kurze Halbwertszeit, welche einen Großteil der wirtschaftsrelevanten Informationen kennzeichnet, erhöht die Wichtigkeit solch wertbeständigen Wissens über die Interdependenzen moderner Wirtschaft. Ohne derartiges Wissen wird die Informationsfülle nämlich gar nicht vernünftig zu nutzen sein. In diesem Sinn beschäftigen wir uns am Institut für Finanzwissenschaft daher nicht nur mit Steuern, Gebühren und öffentlichen Ausgaben, sondern auch mit (De-)Regulierung, politischen Entscheidungsverfahren, Wohlfahrtstheorie, Entscheidungstheorie, Mechanism Design, (Steuer-)Gerechtigkeit, Interessengruppen, sozialen Normen, Kulturökonomie, Diskriminierung, Minderheiten u.a.m. Gleichzeitig befasst sich das Institut aber auch mit konkreten, aktuellen Problemstellungen wie etwa der Gestaltung des österreichischen Steuer- und Transfersystems sowie der Finanzierung von Universitäten und von Kunst/Kultur.

Der wissenschaftliche Output des Instituts kann sich durchaus sehen lassen. Die Reichweite und Interdisziplinarität der Publikationstätigkeit des Instituts wird durch die Fachjournale illustriert, in denen Mitglieder in den letzten Jahren publizierten:

  • Journal of Mathematical Economics,
  • Economic Journal,
  • Kyklos,
  • Mathematical Social Sciences,
  • Central European Journal of Operations Research,
  • Theory & Decision,
  • Social Choice and Welfare,
  • European Journal of Political Economy
  • European Journal for the History of Economic Thought,
  • Journal of Philosophical Logic,
  • Juristische Blätter,
  • Österreichische Zeitschrift für Geschichtswissenschaften.

Unser besonderes Anliegen ist es, fortgeschrittene Studierende der von uns bedienten SOWI-Studienrichtungen in einer Weise ins Institutsleben zu integrieren, wie es für gute amerikanische Universitäten typisch ist. Wir glauben, dass ab einem bestimmten Niveau gerade der informelle Diskurs mit den wissenschaftlichen Mitarbeitern große Lerneffekte zeitigen kann. Da wir in diesem Bereich ein besonderes Defizit des österreichischen Systems orten, wurde zu diesem Zweck die Institution der „Junior Fellows" geschaffen.

Ziel des Instituts ist es, interessierte Studierende der VWL/USW-VWL in unserem Bereich an ein Niveau heranzuführen, das sie zur Teilnahme an guten angelsächsischen Ph.D.-Programmen befähigt. An diesem akademischen Ziel ist das einschlägige Lehrprogramm nicht nur, aber zu einem erheblichen Teil ausgerichtet. Dies erfordert selbstverständlich einen aktiven Umgang mit mathematischen Methoden, einschließlich etwa Beweistechniken. Abgerundet wird diese internationale Orientierung durch exzellent ausgewiesene GastprofessorInnen und interdisziplinäre Vernetzungen bis in den Bereich der Philosophie hinein.

Völlig anders ist hingegen die Zielformulierung für das Lehrprogramm Finanzwissenschaft für BWL und USW-BWL. Dort kommt es uns darauf an, die wesentlichen Botschaften und Analysekonzepte der Finanzwissenschaft auf möglichst einfache Art zu vermitteln. Gefragt ist dabei nicht ein bloßer Überblick über Steuern, (De)Regulierung und den öffentlichen Sektor, sondern auch Stärkung der Problemlösungskompetenz durch die möglichst plastische Präsentation von ökonomischer Logik in konkreten, realitätsbezogenen Anwendungsfällen (z.B.: Regulierungsmechanismen, „zweitbeste" Preispolitik bei natürlichen Monopolen).

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Kontakt

Institut für Finanzwissenschaft und Öffentliche Wirtschaft
Universitätsstraße 15/E48010 Graz, Austria

+43 (0)316 380 - 3460
+43 (0)316 380 - 9530

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